Ich weiß, daß ich nichts weiß. Um diesen Unterschied bin ich wohl klüger als die Anderen. (Sokrates)

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Umdenken 2016 - Mehr denn je!

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Die Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Bau der 380-kV-Leitung im Bissendorfer Bürgersaal brachte nur wenig neue Erkenntnisse. Deutlich wurde aber, dass die Firma Amprion, die mit der Planung und dem Bau der Trasse beauftragt ist, trotz der aktuellen Gesetzesänderung nicht daran denkt, die Leitung komplett als Erdleitung zu planen, wie es von der Bürgerinitiative gefordert wird. So wies der Vertreter von Amprion, Herr Klein, mehrmals darauf hin, dass die Trasse nach wie vor als Freileitungsprojekt im Gesetz stehe und nur zum Teil eine Erdverkabelung vorgesehen sei.

 

Uns geht es dabei allerdings noch um eine andere Sache, die leider nur am Rande und auch nur von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern angesprochen wurde, interessanter Weise aber von niemandem auf dem Podium. Es geht um eine eher grundsätzliche Frage.

 

Zentral oder dezentral?

 

In der Bundesrepublik galt es lange als feststehendes Prinzip, dass die Versorgung mit Strom zentral gesteuert wird. Geleistet haben das die wenigen großen Energieversorger. Das machte in der Vergangenheit vielleicht auch Sinn. Doch spätestens seitdem klar ist, dass wir die Energieversorgung irgendwann aus erneuerbaren Energien sicherstellen müssen und die Energiewende beschlossen wurde, müssen wir uns auch die Frage stellen, ob das bisherige Konzept auch zukünftig noch tragfähig ist.

Für uns ist die Energiewende untrennbar auch mit einem Umbau des Versorgungskonzepts verbunden. Erneuerbare Energien müssen vor Ort erzeugt werden, also dezentral. Das hat viele Vorteile. So gäbe es statt eines großen Netzes viele kleine, die in ihrer Gesamtheit deutlich weniger anfällig sein würden. Wird die Energie z.B. von Bürgergenossenschaften produziert, verbleibt auch die Wertschöpfung im Ort, um nur zwei Vorteile zu nennen.

Der Haken daran ist, dass eine dezentrale Versorgung den großen Energieversorgern schaden könnte und daher versucht wird, das alte Konzept der zentralen Versorgung über die Zeit zu retten. So sehen wir, dass die Förderung der erneuerbaren Energien im EEG zurückgefahren wird bzw. so organisiert wird, dass nur noch große Konzerne über ihre Möglichkeiten der Preisgestaltung an die Förderungen herankommen. Gleichzeitig werden mit großen Windparks sowohl auf See als auch an Land Fakten geschaffen, damit man sagen kann, man bräuchte die Stromtrassen, um den Strom von der Nordsee in den Süden zu transportieren.

Doch wie soll man im Süden mit Strom umgehen, der entsprechend des Windaufkommens, mal eine Spitzenleistung erreicht und mal nur sehr spärlich fließt? Wie kompensiert man eine Flaute? Die Antwort sind Kohlekraftwerke, von denen wir ja eigentlich wegkommen müssten. Wer sich den Verlauf der im Gesetz zum Ausbau von Energieleitungen (EnLAG) festgeschriebenen großen Trassen ansieht, wird feststellen, dass sie nicht den direkten Weg nach Süden nehmen, sondern an den Kohlestandorten vorbeigeführt werden. Wer Böses denkt, könnte meinen, es sei eine Kompensation für große Energieversorger für die Schließung von Atomkraftwerken. Denn so können längst abgeschriebene Kohlekraftwerke auch weiterhin am Netz bleiben.

Eine andere Antwort auf eine Flaute könnten aber auch Speicher sein. Verschiedene Techniken dazu gibt es bereits, die aber noch weiter entwickelt werden müssen. Das ist aber wie immer auch eine Frage des Geldes. Statt mehrere Milliarden in den Bau von Leitungstrassen zu stecken, könnte man auch die Entwicklung der Speichertechnik fördern, die dann ähnlich verlaufen könnte, wie die Entwicklung der Solarenergie, von der man anfangs auch behauptete, sie würde nie so viel Energie erzeugen, dass es nennenswert wäre. Doch eine solche Entwicklung widerspräche einem zentralen Konzept. So befürworten heute diejenigen eine 60 m breite Trasse mit 80 m hohen Masten, die gestern noch vor einer Verspagelung der Landschaft durch Windenergieanlagen gewarnt haben.

Für die UWB ist klar, dass man die Trassen, so wie sie geplant werden, eigentlich nicht braucht. Von Anfang an haben wir ein dezentrales Konzept der Energieversorgung verfolgt. Das haben wir bei den Verhandlungen um die Netzvergabe und bei der Gründung der Gemeindewerke vertreten. Zudem gibt es in Bissendorf mit dem Energieverein und der Bissendorfer Energiegenossenschaft (BiEneG) gute Ansätze in diese Richtung, die wir gerne unterstützen.

Wir leben in einer Zeit des Umbruchs, was die Energieversorgung anbelangt. Die Pflöcke, die wir heute einschlagen, werden, wie es ein Besucher der Informationsveranstaltung formulierte, „auch unseren Enkeln und Urenkeln noch erhalten bleiben“. Das sollte Grund genug sein, die Planungen noch einmal zu reflektieren.

 

Ihre UWB