Trotz anderslautender Prognosen wächst die Bevölkerung und die Nachfrage nach Wohnraum bleibt konstant hoch. Hier profitiert die Gemeinde Bissendorf sicherlich von ihrer Lage im Speckgürtel Osnabrücks, aber u. a. auch von ihrer Landschaft und den bestehenden Angeboten an Krippenplätzen und Kindergartenplätzen zu vergleichsweise günstigen Bedingungen. So wurden in den vergangen Jahren mehrere neue Wohnbaugebiete geschaffen, um der Nachfrage von Einfamilienhäusern und altersgerechtem Wohnen entsprechen zu können.

Auch in den kommenden Jahren muss von einer großen Nachfrage in diesem Bereich ausgegangen werden, die jedoch langfristig abnehmen dürfte. Daher ist es uns wichtig insbesondere den Gemeindeentwicklungsplan aus dem Jahre 2004 fortzuschreiben und an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Damit kann eine langfristige städtebauliche Planung mit der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erreicht werden.

Der UWB sind dabei folgende Punkte wichtig:

Wohnortnahe Arbeitsplätze sind ein Beitrag zur Lebensqualität und dienen ebenso dem Umweltschutz. Für uns wird entscheidend sein, wie ein sinnvolles Handeln in diesem Bereich sich mit der Wohnortqualität und den Anforderungen des Naturraumes, insbesondere auch im Hinblick auf den Flächenverbrauch und den Klimaschutz vereinbaren lassen.

Daher werden wir uns weiter für eine verträgliche Erweiterung einsetzen und setzen unsere Schwerpunkte in der Nutzung vorhandener Gebietsressourcen und der Entwicklung der kleineren Ortschaften unter dem Aspekt 'Wohnen & Arbeiten'. Die Politik sollte hier einen Planungsrahmen schaffen, in dem sich Handwerk und Kleingewerbe unbürokratisch entwickeln kann und ungenutzte Nebengebäude einer weiteren Nutzung zugeführt werden können.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel zum Thema „Flächenverbrauch“.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit schreibt dazu auf seiner Internetseite:

„Täglich werden in Deutschland rund 69 Hektar als Siedlungs- und Verkehrsflächen neu ausgewiesen. Dies entspricht einer Flächenneuinanspruchnahme – kurz Flächenverbrauch - von  ca. 98 Fußballfeldern. Zwar lässt sich "Fläche" im engeren Wortsinn nicht "verbrauchen". Fläche ist jedoch – wie auch der Boden  - eine endliche Ressource, mit der der Mensch sparsam umgehen muss, um sich seine Lebensgrundlagen zu erhalten. Flächenverbrauch ist ein schleichendes Phänomen. Bürger und selbst politische Entscheidungsträger nehmen es kaum wahr. Daher mangelt es weithin am nötigen Problembewusstsein.“  (www.bmub.bund.de)

Es geht also genau so um die Erhaltung landwirtschaftlicher Anbauflächen wie auch um den Klima- und Umweltschutz. Bis 2020 soll der Flächenverbrauch laut Bundesregierung auf 30 ha pro Tag zurückgehen und sie lässt keinen Zweifel daran, wer dafür mitverantwortlich ist. Es sind die Entscheidungsträger vor Ort. Also diejenigen, die über Bauleitpläne befinden, wie es der Rat der Gemeinde Bissendorf und deren Verwaltung tun.

Es muss in Bissendorf zukünftig noch mehr darauf geachtet werden, dass

  • Leerstände nicht ungenutzt bleiben,
  • Baulücken geschlossen werden und die
  • Verdichtung der Bebauung berücksichtigt wird.

Hier müssen langfristig die Altersstrukturen in den einzelnen Siedlungen berücksichtigt werden. Eine systematische Untersuchung der Ortsteile könnte darüber Aufschluss geben, welche Möglichkeiten der Verdichtung sich ergeben und wo es Baulücken gibt.

Ein weiterer Punkt einer Untersuchung sollten auch die so genannten Althofstellen sein, also ehemals landwirtschaftlich genutzte Gebäude und Hofanlagen. Hier könnte es durch Umnutzungen ein Potential für eine flächenschonende Entwicklung der Funktionen Wohnen und Arbeiten durch die Ansiedlung von Kleingewerbe geben.

All das muss mit Blick auf den Flächenverbrauch Vorrang vor der Ausweisung großer Baugebiete an den Ortsrändern haben.

Mit Blick auf den Flächenverbrauch und soziale Veränderungen muss ein größeres Augenmerk auf verschiedene Wohnformen, wie Singlewohnen oder Mehrgenerationswohnen gelegt werden. Auch die Ausweisung von zwei- oder dreigeschossigen Wohnbauten darf nicht länger tabu sein und sollte, dort wo es möglich und sinnvoll erscheint, umgesetzt werden. Dadurch kann außerdem auch die Entwicklung von Eigentums- und Mietwohnungen gefördert werden.

In einer Gesellschaft gibt es immer Stärkere und Schwächere. Dies sollten auch die Planungen für Wohnbaugebiete widerspiegeln. Es muss auch bezahlbaren Wohnraum geben.

Um dies leisten zu können, haben sich in anderen Gemeinden Bürgergenossenschaften gegründet, die gemeinsam mit der Gemeinde den sozialen Wohnungsbau zum Ziel haben. Dort stellt beispielsweise die Gemeinde je nach Größe des ausgewiesenen Baugebiets eine bestimmte Anzahl an Baugrundstücken zur Verfügung. Außerdem werden die Vorhaben durch eine staatliche Förderung unterstützt.

Gerade im vergangenen Jahr konnten wir beobachten, dass der Zuzug von Flüchtlingen zu einer Konkurrenz zwischen den Wohnungssuchenden geführt hat, was die Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus deutlich unterstreicht. Denn diese Konkurrenzsituation führte in der Bevölkerung auch zu Ängsten. Aus diesen Ängsten gilt es Chancen zu machen. Zum einen dadurch, dass genügend bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist. Zum anderen wäre Wohnraum für Flüchtlinge in den Wohnbaugebieten ein wichtiger Beitrag zur Integration, denn die Begegnung und das Kennenlernen nimmt die Ängste auf beiden Seiten.

Die Anzahl der Flüchtlinge ist zwar aktuell nicht mehr so angestiegen, wie dies im letzten Jahr der Fall war, doch wird uns das Thema Flüchtlinge und Zuwanderung sicher in auch in Zukunft beschäftigen. Wir sollten jetzt anfangen und uns darauf vorbereiten. Vieles spricht dafür, denn

  • wenn wir akzeptieren, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, müssen wir auch für die Unterbringung, Arbeit, Integration, Bildung usw. der Zugewanderten sorgen, wenn wir ein verträgliches Zusammenleben und eine „wirtschaftliche Verträglichkeit“ wünschen.
  • durch ein solches Vorgehen würden wir auch Investitionen nach Bissendorf holen.
  • es würde auch ein Imagegewinn für die Gemeinde Bissendorf sein.

Ein Beispiel für ein solches Vorgehen finden den Sie (hier)